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# 📘 Technisches Handbuchkapitel

### **Selmo Bedien- und Steuerungskonzept – Struktur, Funktion und Sicherheit**

*(gemäß ISO/IEC 82079-1: Informationsstruktur für technische Gebrauchsanleitungen)*

#### **1. Zweck des Dokuments**

Dieses Kapitel beschreibt das Bedien- und Steuerungskonzept der Maschine, deren Steuerungssystem auf der **Selmo-Methode (Sequence Logic Modelling)** basiert.\
Es dient zur Erklärung der logischen Funktionsweise, der Sicherheitsmechanismen sowie der Interaktion zwischen Bediener, Maschine und Steuerung.

***

#### **2. Zielgruppe**

Das Dokument richtet sich an:

* Maschinenbediener und Anlagenführer,
* Instandhalter und Servicetechniker,
* Prüfer, Auditoren und CE-Beauftragte,
* Integratoren und Softwareingenieure, die mit Selmo Studio arbeiten.

***

#### **3. Überblick über das Systemprinzip**

Die Maschinensteuerung folgt dem Prinzip der **deterministischen Ablaufsteuerung (Selmo SEQ)**.\
Das bedeutet:

* Die Steuerung arbeitet mit **Zuständen** statt mit Einzelbefehlen.
* Zu jedem Zeitpunkt ist **nur ein Zustand aktiv.**
* Der Übergang zum nächsten Zustand erfolgt **nur**, wenn alle definierten Bedingungen erfüllt sind.

Diese Struktur gewährleistet ein reproduzierbares, nachvollziehbares und sicheres Verhalten der Maschine.

***

#### **4. Steuerungsarchitektur**

**4.1 Aufbau der Ebenen**

Das Steuerungssystem ist hierarchisch gegliedert in:

1. **Plant (Gesamtanlage)**\
   – die logische Gesamtstruktur der Maschine.
2. **Hardware-Zonen (HWZ)**\
   – physikalische Bereiche mit eigenständiger Steuerungslogik (z. B. Stationen oder Module).
3. **Sequences (SEQ)**\
   – Ablaufsteuerungen innerhalb einer HWZ.
4. **Zonen (Zone Types)**\
   – logische Funktionsblöcke, die reale Signale oder virtuelle Funktionen abbilden.

**4.2 Schaltwerk (Sequence Engine)**

Das Schaltwerk ist der Ablauf- und Taktgeber.\
Es überprüft kontinuierlich die drei Kernbedingungen:

| Eingangsgröße                   | Bedeutung                             |
| ------------------------------- | ------------------------------------- |
| **AR (Auto Release)**           | Automatikfreigabe aktiv               |
| **¬I (No Interlock)**           | keine Sicherheitsverletzung           |
| **ΣS (Sum of Sequence Checks)** | alle laufenden Aktionen abgeschlossen |

Nur wenn **AR = 1 ∧ ¬I ∧ ΣS = 0**, erfolgt der Zustandswechsel.\
So wird sichergestellt, dass der Ablauf nur im sicheren Zustand fortgesetzt wird.

***

#### **5. Zonenebene und Verhalten**

**5.1 Definition**

Zonen sind standardisierte Schaltelemente, die Aktionen und Rückmeldungen bündeln.\
Sie stellen die Verbindung zwischen Logik und Physik dar.

**5.2 Zonentypen**

| Typ         | Beschreibung      | Beispiel                    |
| ----------- | ----------------- | --------------------------- |
| **IN**      | Eingangssignal    | Starttaste, Sensor          |
| **OUT**     | Ausgangssignal    | Leuchte, Ventil             |
| **IN\_OUT** | Aktion + Feedback | Zylinder, Achse, Berechnung |
| **MEM**     | Speicherzone      | Softwarestatus, Parameter   |

**5.3 Operanten (Bit-Control)**

Jede Zone besitzt in jedem Zustand eine zugewiesene Funktion:

| Operant                | Bedeutung              | Wirkung                          |
| ---------------------- | ---------------------- | -------------------------------- |
| **S (Sequence Check)** | Aktion aktiv           | wartet auf Rückmeldung           |
| **I (Interlock)**      | Sicherheitsüberwachung | stoppt Ablauf bei Fehler         |
| **M (Monitoring)**     | Diagnoseüberwachung    | meldet Hinweis ohne Stopp        |
| **0 (Don’t Care)**     | inaktiv                | keine Funktion in diesem Zustand |

Diese Zuordnung wird im Selmo Studio im **System Layer** definiert.

***

#### **6. Sicherheitsfunktionen**

Das System enthält mehrere standardisierte Sicherheitsmechanismen:

1. **Interlock-Funktion** – erkennt Sicherheitsverletzungen und stoppt den Ablauf.
2. **PairCheck** – überwacht widersprüchliche Rückmeldungen (z. B. Zylinder vorne/hinten).
3. **MXIC (Manual Cross Interlock)** – verhindert unsichere Handbewegungen.
4. **Monitoring (M)** – liefert Diagnosemeldungen ohne Unterbrechung des Prozesses.

Alle Funktionen sind integraler Bestandteil des Standards; keine zusätzliche Programmierung erforderlich.

***

#### **7. Bedienung über das HMI**

Die Bedienoberfläche zeigt:

* den aktiven Zustand,
* die aktiven Zonen mit Farbcodierung,
* Klartext-HMI-Texte,
* Fehler- und Diagnoselisten.

**Farbcodierung:**

* Grün = AutoRelease
* Rot = Interlock
* Gelb = Warning
* Grau = Manual Mode

***

#### **8. Verhalten bei Störungen**

Bei Fehlern reagiert das System automatisch:

1. Der Ablauf stoppt.
2. Die betroffene Zone wird rot markiert.
3. Im HMI erscheint eine Fehlermeldung mit Ursache.
4. Nach Fehlerbehebung und Freigabe (AR = 1) wird der Ablauf fortgesetzt.

Damit wird jede Störung eindeutig lokalisiert und sicher behandelt.

***

#### **9. Dokumentation und Rückverfolgbarkeit**

Das Selmo-Modell dokumentiert sich selbst:

* Jeder Zustand, jede Zone und jeder Operant sind im System hinterlegt.
* HMI-Texte und Diagnosen werden automatisch erzeugt.
* Änderungen sind versionierbar und prüfbar.

Damit erfüllt die Steuerung die Anforderungen an Nachvollziehbarkeit und CE-Konformität.

***

#### **10. Zusammenfassung**

Das Selmo-Konzept definiert eine klare, nachvollziehbare und sichere Steuerungsstruktur:

* formale Zustandsbeschreibung (deterministisch),
* standardisierte Zonen-Logik,
* integrierte Sicherheitsfunktionen,
* automatische Diagnose und Dokumentation.

Für Bediener bedeutet das: transparente Abläufe, klare Meldungen, sichere Bedienung.\
Für den Hersteller: normgerechte Dokumentation und einheitlicher Qualitätsstandard.

***

#### **11. Referenz**

Dieses Konzept basiert auf dem Selmo-Standard gemäß den Entwicklungsrichtlinien der\
**Selmo Technology GmbH – Sequence Logic Modelling System**.


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