3 Die Selmo-Methode (PTF)

Dieses Kapitel beschreibt die methodische Grundlage von Selmo.

Es liegt bewusst vor dem Modellkern und beantwortet eine zentrale Frage:

Wie muss über eine Maschine nachgedacht werden, bevor sie modelliert wird?

Die Selmo-Methode verhindert, dass:

  • zu früh modelliert wird

  • technische Details den Prozess dominieren

  • implizite Annahmen ins Modell gelangen

  • Komplexität unkontrolliert wächst


Warum eine Methode vor dem Modell notwendig ist

Ein formales Modell ist nur so gut wie die Gedanken, die zu seiner Entstehung geführt haben.

Ohne vorgelagerte Methodik entstehen:

  • überladene Sequences

  • technisch getriebene Zustände

  • Sicherheitslogik als Reparatur

  • schwer erklärbare Modelle

Selmo trennt deshalb Denken und Modellieren strikt.

Nicht alles, was technisch möglich ist, ist auch funktional sinnvoll.


PTF – Prozess · Technologie · Funktion

Die Selmo-Methode basiert auf drei klar getrennten Ebenen:

  • Prozess Was soll fachlich passieren – unabhängig von Technik?

  • Technologie Welche physikalischen und technischen Prinzipien kommen zum Einsatz?

  • Funktion Welche überprüfbaren Anforderungen ergeben sich zwingend daraus?

Diese drei Ebenen bilden zusammen die PTF-Struktur.

PTF ist:

  • kein Diagramm

  • kein Tool

  • kein Ersatz für Engineering

Sondern:

Ein Denkrahmen, der Modellierung vorbereitet und Komplexität begrenzt.


Rolle von PTF im Gesamtaufbau

Die Einordnung ist eindeutig:

PTF (Denken & Analyse) ↓ Selmo-Modell (formal & deterministisch) ↓ SPS / HMI / Diagnose (Implementierung)

PTF entscheidet:

  • was modelliert wird

  • warum es modelliert wird

Das Selmo-Modell entscheidet:

  • wie dieses Verhalten formal beschrieben wird


Abgrenzung zum Modellkern

Dieses Kapitel beschreibt keine:

  • Sequences

  • Zonen

  • Zustände

  • Bit-Control

  • Betriebsarten

Diese Elemente gehören bewusst in die folgenden Kapitel.

PTF:

  • erzeugt Klarheit

  • reduziert Modellierungsfehler

  • verhindert implizite Logik

PTF ist die Voraussetzung für gute Modelle – nicht deren Ersatz.


Aufbau dieses Kapitels

Kapitel 3 gliedert sich in zwei Teile:

3.1 PTF – Prozess · Technologie · Funktion

→ die Methode im Detail → Denkmodell und typische Fehler

3.2 Digital Twin als Verhaltensmodell

→ Abgrenzung zu Marketing-Begriffen → Einordnung des Selmo-Modells zur Realität


Übergang zum Modellkern

Nach diesem Kapitel ist klar:

  • welche Fragen vor der Modellierung beantwortet sein müssen

  • welche Annahmen nicht ins Modell gehören

  • warum Selmo-Modelle schlank und erklärbar bleiben

Die folgenden Kapitel beschreiben den formalen Kern von Selmo:

  • Struktur

  • Logik

  • Verhalten

  • Betrieb

  • Sicherheit

Erst denken. Dann modellieren. Dann automatisieren.

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