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# 6 Betrieb der Maschine (User-Sicht)

## 6. Betrieb der Maschine

Dieses Kapitel beschreibt, **wie eine modellierte Maschine betrieben wird**.\
Es geht nicht um Bedienoberflächen oder konkrete Tasten, sondern um das **grundsätzliche Zusammenspiel von Modell, Bediener und System**.

Der Betrieb ist in Selmo **keine zusätzliche Logikschicht**,\
sondern eine **Perspektive auf dasselbe Modell**.

***

### 6.1 Grundprinzip des Betriebs

Ein zentrales Prinzip in Selmo lautet:

> **Der Betrieb ändert nicht die Logik.**\
> **Er ändert nur, wer Einfluss auf das Modell nimmt.**

Das bedeutet:

* Sequences bleiben unverändert
* Zustände bleiben gültig
* Bit-Control bleibt aktiv
* Überwachung bleibt wirksam
* CMZ wirkt unabhängig vom Betriebsmodus

Es gibt:

* keine zweite Ablaufdefinition
* keinen Bypass
* keinen Sondercode für den Betrieb

***

### Gemeinsamer Zustandsraum

Unabhängig vom Betriebsmodus gilt:

* jede Sequence befindet sich immer in **genau einem Zustand**
* dieser Zustand definiert Erwartungen und Überwachung
* Abweichungen sind eindeutig bewertbar

Hand- und Automatikbetrieb arbeiten **im selben Zustandsraum**.

> **Handbetrieb ist keine Parallelwelt,**\
> **sondern gezielte Interaktion innerhalb eines gültigen Zustands.**

***

### Rollen im Betrieb

Der Betrieb verteilt Verantwortung klar:

* **System**
  * bewertet den Modellzustand
  * überwacht Bedingungen
  * reagiert deterministisch
* **Bediener**
  * beeinflusst Zonen gezielt
  * stellt Zustände her
  * trifft keine Logikentscheidungen
* **Hardware-Zone**
  * stellt Betriebsarten bereit
  * verwaltet Automatikfreigaben
  * koordiniert Starts und Stops

***

### Automatik und Handbetrieb – Einordnung

Selmo unterscheidet zwei Betriebsarten:

* **Automatikbetrieb**
  * das System treibt den Ablauf
  * Zustandsübergänge erfolgen automatisch
  * Überwachung reagiert sofort auf Abweichungen
* **Handbetrieb**
  * der Bediener beeinflusst Zonen manuell
  * Ziel ist die Erfüllung von Zustandsbedingungen
  * Überwachung bleibt vollständig aktiv

Beide Betriebsarten:

* nutzen dasselbe Modell
* unterliegen denselben Regeln
* erzeugen dieselbe Diagnose

***

### Sicherheit im Betrieb

Sicherheitsrelevante Mechanismen wirken **immer**, unabhängig vom Betrieb:

* Interlocks (`i`) schützen den Ablauf
* CMZ schützt die Systemintegrität
* MXIC schützt vor unzulässigen Handaktionen

Es gibt:

* keinen „Service-Modus“ ohne Überwachung
* keinen Handbetrieb ohne Sicherheit
* keine Ausnahme von der Modelllogik

> **Betrieb ist kein Sicherheitskonzept –**\
> **Sicherheit ist im Modell verankert.**

***

### Aufbau dieses Kapitels

Kapitel 6 gliedert sich in folgende Teile:

#### 6.1 Grundprinzip Betrieb

→ gemeinsamer Zustandsraum\
→ Betrieb ≠ Logik

#### 6.2 Automatikbetrieb

→ systemgetriebener Ablauf\
→ Fehlerreaktionen\
→ Diagnoseverhalten

#### 6.3 Handbetrieb

→ zustandsweises Arbeiten\
→ visuelle Rückmeldung\
→ sichere Positionierung

#### 6.4 MXIC – Manual Cross Interlock

→ Schutzlogik für manuelle Aktionen\
→ Diagnose statt Bewegung

***

### Übergang zu den Details

Die folgenden Abschnitte beschreiben:

* wie Automatik konkret abläuft
* wie Handbetrieb sicher funktioniert
* wie manuelle Aktionen begrenzt werden

> **Der Betrieb macht das Modell nutzbar –**\
> **ohne es zu verändern.**


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