Parameter-Layer

Flexibilität ohne Logikbruch

Der Parameter-Layer ergänzt das Selmo-Modell um variable Werte, ohne den logischen Ablauf oder das Verhalten zu verändern.

Ziel des Parameter-Layers ist es, Flexibilität zu ermöglichen, ohne:

  • Logik zu verkomplizieren

  • Zustände aufzuweichen

  • Determinismus zu verlieren

Parameter verändern Werte – nicht das Verhalten.


Grundprinzip des Parameter-Layers

Im Selmo-Modell gilt eine klare Trennung:

  • Logic-Layer definiert wann etwas passiert

  • System-Layer definiert was erwartet oder überwacht wird

  • Parameter-Layer definiert mit welchen Werten gearbeitet wird

Der Parameter-Layer:

  • enthält keine Logik

  • enthält keine Zustände

  • trifft keine Entscheidungen

Er liefert ausschließlich Daten.


Zeiten

Bedeutung

Zeitparameter beschreiben prozessrelevante Zeitwerte, z. B.:

  • Haltezeiten

  • Wartezeiten

  • Verzögerungen

  • Zeitlimits

Diese Zeiten:

  • werden im Logic-Layer verwendet (z. B. in Timer-States)

  • beeinflussen den Ablauf quantitativ, nicht qualitativ


Wann Zeiten sinnvoll parametriert sind

  • wenn Zeit Teil des Prozesses ist

  • wenn Werte projekt- oder produktabhängig variieren

  • wenn Anpassung ohne Modelländerung möglich sein soll

Wann Zeiten nicht parametriert werden sollten

  • zur Kompensation instabiler Technik

  • als Ersatz für fehlende Rückmeldungen

  • zur „Reparatur“ eines falschen Modells

Zeitparameter dürfen Logik nicht kaschieren.


Positionen

Bedeutung

Positionsparameter beschreiben:

  • Zielpositionen von Achsen

  • Referenzpunkte

  • mechanische Endlagen

  • Sollwerte für Bewegungen

Diese Werte:

  • werden von Zonen und System-Layer genutzt

  • verändern nicht, dass eine Bewegung erfolgt

  • verändern nur wohin oder wie weit


Zweck von Positionsparametern

  • Anpassung an unterschiedliche Produkte

  • Feinjustierung ohne Modelländerung

  • Wiederverwendbarkeit von Sequences

Die Bewegung bleibt gleich – nur der Zielwert ändert sich.


Wiederholungen

Bedeutung

Wiederholungsparameter definieren:

  • Anzahl von Schleifendurchläufen

  • maximale Wiederholversuche

  • Prüfzyklen

Sie werden typischerweise verwendet in:

  • Repeater-Elementen im Logic-Layer

  • kontrollierten Iterationen


Regeln für Wiederholungen

  • Wiederholungen müssen begrenzt sein

  • die Bedeutung der Wiederholung muss fachlich erklärbar sein

  • der Parameter verändert nicht den Ablauf, sondern dessen Umfang

Unzulässig sind:

  • unendliche Wiederholungen

  • parametergetriebene Ablaufänderungen


Anzeigen & Eingaben

Bedeutung

Der Parameter-Layer kann Werte enthalten, die:

  • im HMI angezeigt werden

  • vom Bediener eingegeben werden

  • zur Prozessbeobachtung dienen

Diese Parameter:

  • sind keine Bedienelemente für Logik

  • verändern keine Zustandsübergänge

  • beeinflussen keine Sicherheitsentscheidungen


Abgrenzung zur Bedienlogik

Eingaben im Parameter-Layer:

  • sind Werte, keine Befehle

  • werden validiert, nicht interpretiert

  • wirken nur innerhalb definierter Grenzen

Der Bediener verändert Parameter – nicht das Modell.


Determinismus und Parameter

Trotz parametrierbarer Werte bleibt das System:

  • deterministisch

  • reproduzierbar

  • erklärbar

Denn:

  • Logik ist fest

  • Verhalten ist fest

  • nur Zahlenwerte ändern sich

Gleiche Parameter + gleiche Zustände führen immer zum gleichen Verhalten.


Typische Fehler im Umgang mit Parametern

Häufige Fehler sind:

  • Parameter ersetzen Logik

  • Parameter steuern Ablaufentscheidungen

  • sicherheitsrelevante Werte sind parametrierbar

  • Parameter werden nicht begrenzt oder validiert

Faustregel:

Wenn ein Parameter den Ablauf verändert, ist er falsch eingesetzt.


Zusammenfassung

Der Parameter-Layer:

  • ermöglicht Flexibilität

  • schützt die Logik

  • verhindert Modellbruch

  • erhöht Wiederverwendbarkeit

Er ist:

  • kein Shortcut

  • kein Konfigurationsersatz

  • kein Entscheidungsmechanismus

Parameter machen Modelle anpassbar – nicht unklar.

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