MXIC – Manual Cross Interlock

6.4 MXIC – Manual Cross Interlock

MXIC steht für Manual Cross Interlock. Es ist die Selmo-Standardfunktion, die manuelle Aktionen im Handbetrieb absichert.

MXIC ist kein Bedienelement und keine Taste. Es ist eine regelbasierte Schutzlogik, die entscheidet, ob eine manuelle Bewegung zulässig ist oder verhindert werden muss.


Warum MXIC existiert

Im Handbetrieb kann der Bediener gezielt Zonen beeinflussen, um Zustände herzustellen oder Abweichungen zu beseitigen.

Ohne zusätzliche Schutzlogik entsteht dabei ein Risiko:

  • Bewegungen könnten ausgeführt werden, obwohl Voraussetzungen fehlen

  • technische Verriegelungen würden implizit erwartet

  • Sicherheit und Logik würden vermischt

MXIC existiert, um genau das zu verhindern.

MXIC stellt sicher, dass manuelle Bewegungen nur dann erlaubt sind, wenn sie zum aktuellen Modellzustand passen.


Grundprinzip von MXIC

MXIC wirkt:

  • ausschließlich im Handbetrieb

  • an der Schnittstelle zwischen Bedienaktion und Zone

  • unabhängig vom Ablauf der Automatik

Bei jeder manuellen Aktion prüft MXIC:

  • welche Zone angesprochen wird

  • welcher Zustand aktuell aktiv ist

  • ob für diese Kombination eine Freigabe definiert ist

Das Ergebnis ist eindeutig:

  • erlaubt → Bewegung wird ausgeführt

  • nicht erlaubt → Bewegung wird verhindert


Wie MXIC definiert wird

MXIC wird modellbasiert definiert, nicht programmiert.

Die Definition erfolgt:

  • als Kreuzung von Taste und Zone

  • mit klar formulierten Bedingungen

  • analog zur Denkweise des System-Layers

Dabei wird festgelegt:

  • welche Taste welche Zone beeinflusst

  • unter welchen Bedingungen dies erlaubt ist

  • wann eine Bewegung zu verhindern ist

MXIC ist eine formale Regel – keine Ausnahme im Code.


MXIC im Kontext des Zustands

MXIC berücksichtigt immer:

  • den aktuellen Zustand der Sequence

  • die Bedeutung der Zone in diesem Zustand

  • übergeordnete Überwachungen (z. B. CMZ)

Das bedeutet:

  • keine Bewegung außerhalb des Modellkontexts

  • keine impliziten Freigaben

  • keine Umgehung der Logik

Auch im Handbetrieb bleibt der Zustand die Referenz.


Diagnose statt Bewegung

Wenn eine manuelle Bewegung nicht zulässig ist:

  • die Bewegung wird nicht ausgeführt

  • es erfolgt keine Teilbewegung

  • stattdessen wird eine eindeutige Diagnose angezeigt

Diese Diagnose:

  • erklärt, warum die Bewegung verhindert wurde

  • verweist auf die betroffene Zone

  • macht die fehlende Bedingung sichtbar

MXIC ersetzt gefährliche Bewegungen durch erklärbare Information.


Abgrenzung zu anderen Mechanismen

Zur Klarstellung:

  • MXIC ≠ Interlock (i) → i schützt den Ablauf, MXIC schützt manuelle Aktionen

  • MXIC ≠ CMZ → CMZ wirkt permanent, MXIC nur im Handbetrieb

  • MXIC ≠ Sicherheits-Hardware → MXIC ergänzt, ersetzt aber keine sichere Abschaltung

MXIC ist:

  • eine logische Schutzfunktion

  • Teil des Modells

  • vollständig deterministisch


Typische Fehlannahmen zu MXIC

Häufige Missverständnisse sind:

  • ❌ „MXIC ist nur eine Tastenverriegelung“

  • ❌ „MXIC ist optional“

  • ❌ „MXIC ersetzt Sicherheitslogik“

  • ❌ „Im Handbetrieb kann MXIC umgangen werden“

Alle diese Annahmen sind falsch.

MXIC ist integraler Bestandteil eines sicheren Handbetriebs.


Zusammenfassung

MXIC:

  • schützt vor unzulässigen Handbewegungen

  • prüft jede manuelle Aktion modellbasiert

  • verhindert Bewegung statt sie zu korrigieren

  • erzeugt Diagnose statt Risiko

MXIC sorgt dafür, dass der Mensch im Handbetrieb innerhalb des Modells bleibt.

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