Glossar

Glossar

Dieses Glossar definiert alle zentralen Begriffe des Selmo-Systems. Jeder Begriff ist eindeutig, kontextfrei verständlich und entspricht exakt der Verwendung in den Referenzkapiteln.


Automatikbetrieb

Betriebsart, in der das System den Ablauf selbstständig treibt. Zustandswechsel erfolgen automatisch, sobald die modellierten Erwartungen erfüllt sind. Logik, Überwachung und Zustände bleiben identisch zum Handbetrieb.


Automatikfreigabe

Explizite Freigabe durch den Bediener, die zusätzlich zur Betriebsart Automatik erforderlich ist. Wird bei Interlock- oder CMZ-Abweichungen sofort entzogen.


Bit-Control

Formales Verhaltensmodell, das beschreibt, welches Verhalten jede Zone in jedem Zustand einer Sequence haben darf oder muss. Wird als Matrix aus Zuständen, Zonen und Operanden dargestellt.


CMZ (Constantly Monitoring Zone)

Zone, deren Zustand permanent überwacht wird – unabhängig vom aktuellen Zustand einer Sequence. Eine CMZ schützt die Systemintegrität und verhindert jede Bewegung bei Abweichung.


Diagnose

Modellbasierte Beschreibung einer Abweichung zwischen erwartetem und tatsächlichem Verhalten. Entsteht automatisch aus Zone, Zustand, Bit-Control oder CMZ – ohne manuelle Fehlerlogik.


Handbetrieb

Betriebsart, in der der Bediener gezielt Zonen beeinflusst, um modellierte Zustände zu erfüllen. Logik, Überwachung und Sicherheit bleiben vollständig aktiv.


Hardware-Zone

Betriebs- und Verantwortungsrahmen für eine oder mehrere Sequences. Stellt Betriebsarten, Automatikfreigabe und Startlogik bereit, enthält aber keine Ablauflogik.


HMI (Human Machine Interface)

Visualisierung des Selmo-Modells. Das HMI zeigt Zustände, Zonen, Erwartungen und Abweichungen, trifft jedoch keine logischen Entscheidungen.


Interlock (i)

Bit-Control-Operand, der eine zwingende Bedingung beschreibt. Bei Abweichung wird die Automatikfreigabe entzogen und die Sequence gestoppt. Wirkt zustandsabhängig.


Logic-Layer

Layer einer Sequence, der den logischen Ablauf als Zustandsmodell beschreibt. Enthält Zustände, Übergänge und logische Verzweigungen, aber keine technische Signalbewertung.


MXIC (Manual Cross Interlock)

Sicherheitslogik für manuelle Aktionen im Handbetrieb. Prüft, ob eine manuelle Bewegung erlaubt ist, und verhindert diese bei Verletzung der Bedingungen.


Operand

Symbol in der Bit-Control-Matrix (0, S, i), das die Bedeutung einer Zone in einem bestimmten Zustand festlegt.


Parameter-Layer

Layer einer Sequence zur Definition nicht-bitbasierter Werte wie Zeiten, Positionen oder Wiederholungen. Parameter beeinflussen Verhalten, ohne Logik zu verändern.


Plant

Oberste strukturelle Ebene einer Maschine oder Anlage. Enthält alle Hardware-Zonen und plantweite Überwachungen wie Total-CMZ.


Sequence

Deterministisches Zustandsmodell für eine klar abgegrenzte funktionale Aufgabe einer Maschine. Beschreibt den Ablauf, aber nicht Betrieb, Sicherheit oder Implementierung.


Sequence Check (S)

Bit-Control-Operand, der ein erwartetes Verhalten beschreibt. Wird verwendet, um Fortschritt zu erzeugen und Zustandsübergänge deterministisch auszulösen.


Signal

Physikalischer Ein- oder Ausgang eines Systems. Signale besitzen im Selmo-System keine Bedeutung ohne Zuordnung zu einer Zone.


State (Zustand)

Element im Logic-Layer, das eine klar definierte Situation beschreibt. Ein Zustand enthält keine Aktionen, sondern Bedingungen, die erfüllt werden müssen.


System-Layer

Layer einer Sequence, in dem Zustände mit Zonen über Bit-Control verknüpft werden. Beschreibt das erwartete Verhalten der Technik.


Zone

Formale Repräsentation eines technischen Sachverhalts innerhalb einer Sequence. Eine Zone verleiht Signalen Bedeutung, Verhalten und Diagnosefähigkeit.


Zonentyp

Klassifikation einer Zone nach ihrer Struktur: Input-Zone, Output-Zone, In-Out-Zone oder Mem-Zone. Der Zonentyp definiert Struktur, nicht Verhalten.


Zustandsraum

Die Menge aller gültigen Zustände einer Sequence. Hand- und Automatikbetrieb arbeiten immer im selben Zustandsraum.


Zusammenfassung

Dieses Glossar ist normativ für die Selmo-Dokumentation. Begriffe dürfen projektübergreifend nicht abweichend verwendet werden.

Eine einheitliche Sprache ist Voraussetzung für erklärbare Maschinen.

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