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Klare Grenzen für automatisierte Systeme

Dieses Kapitel beschreibt, wie Selmo den Einsatz von KI und automatisierter Codeerzeugung einordnet und warum formale Modelle die entscheidende Voraussetzung für verantwortbaren KI-Einsatz sind.

Es geht nicht darum, KI zu bewerten, sondern darum, ihren Wirkraum klar zu begrenzen.


Die Ausgangslage

Der Einsatz von KI in der Automatisierung nimmt zu:

  • Codegenerierung

  • Vorschläge für Abläufe

  • Optimierung von Parametern

  • Assistenzsysteme im Engineering

Damit entsteht eine zentrale Frage:

Wer trägt Verantwortung für das Verhalten der Maschine, wenn der Code (teilweise) automatisch erzeugt wird?

Diese Frage lässt sich nicht auf Code-Ebene beantworten.


Code ist kein Verantwortungsobjekt

Code beschreibt:

  • eine Implementierung

  • eine technische Umsetzung

  • eine konkrete Ausprägung

Code beschreibt nicht:

  • die Intention

  • die Zulässigkeit

  • die Verantwortung für Verhalten

Unabhängig davon, ob Code:

  • von einem Menschen

  • von einem Generator

  • oder von einer KI

erstellt wurde, gilt:

Verantwortung kann nicht im Code verankert werden.


Das Modell als verantwortliche Instanz

In Selmo liegt Verantwortung nicht im Code, sondern im formalen Verhaltensmodell.

Das Modell definiert:

  • welche Zustände existieren

  • welches Verhalten erlaubt ist

  • welche Bedingungen zwingend gelten

  • welche Reaktion bei Abweichung erfolgt

Damit gilt:

  • Code darf das Modell umsetzen

  • Code darf das Modell nicht erweitern

  • Code darf das Modell nicht verletzen

Das Modell begrenzt den Code – unabhängig davon, wer ihn erzeugt.


KI als Werkzeug, nicht als Entscheider

In einem Selmo-basierten System kann KI:

  • Code erzeugen

  • Vorschläge machen

  • Varianten vergleichen

  • Optimierungen unterstützen

KI darf jedoch nicht:

  • entscheiden, welche Zustände erlaubt sind

  • Sicherheitsannahmen verändern

  • Überwachungslogik umgehen

  • Verantwortung übernehmen

KI darf umsetzen und optimieren – aber nicht definieren, was zulässig ist.


Determinismus als Schutzmechanismus

Der deterministische Charakter des Selmo-Modells ist entscheidend für den KI-Einsatz:

  • gleiche Zustände → gleiches Verhalten

  • gleiche Abweichungen → gleiche Reaktionen

  • keine impliziten Annahmen

Damit wird verhindert, dass:

  • KI implizite Logik einführt

  • Verhalten nicht mehr erklärbar ist

  • Entscheidungen nicht mehr begründet werden können

Determinismus ist die Grenze für Automatisierung.


Nachvollziehbarkeit und Haftung

Im Schadens- oder Auditfall sind entscheidende Fragen:

  • Welches Verhalten war erlaubt?

  • Welche Bedingung galt?

  • Warum hat das System reagiert?

Mit einem formalen Modell lassen sich diese Fragen beantworten, unabhängig davon, ob der Code manuell oder automatisch erzeugt wurde.

Haftung folgt dem Modell – nicht dem Ursprung des Codes.


Abgrenzung

Zur Klarstellung:

  • Selmo ist keine KI

  • Selmo ist kein Codegenerator

  • Selmo ist keine Automatisierungs-KI

Selmo ist:

der formale Rahmen, in dem KI verantwortbar eingesetzt werden kann.


Zusammenfassung

Der Einsatz von KI in der Automatisierung ist unvermeidlich – aber Verantwortung bleibt menschlich.

Selmo stellt sicher, dass:

  • Verhalten explizit definiert ist

  • Code (auch KI-generiert) begrenzt bleibt

  • Nachvollziehbarkeit jederzeit gegeben ist

KI kann Code erzeugen. Das Modell trägt die Verantwortung.

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