Ziel: Eine formal korrekte, sichere, durchgängige Realisierung der Maschine

Das ist eine entscheidende Frage – und tatsächlich der Kern jedes professionellen Automatisierungsprojekts: 🧩 Was braucht es – technisch, strukturell und formal –, damit eine Maschine nicht nur funktioniert, sondern auch normgerecht, prüfbar und langfristig wartbar ist?


✅ Ziel: Eine formal korrekte, sichere, durchgängige Realisierung der Maschine

Dafür müssen alle Ebenen – von der Technologie bis zur Softwarestruktur – aufeinander abgestimmt und modellbasiert beschrieben sein. Im Kontext von Selmo heißt das:


🔷 1. Technologieanforderungen

(Was ist physisch vorhanden / vorgesehen?)

Bereich
Anforderungen

Sensorik

eindeutige Signalverfügbarkeit, eindeutig platzierbar, schnell auswertbar

Aktorik

schaltbar, rückmeldbar, sicher im Fehlerfall

Schnittstellen

IO (lokal oder Bus), Safety-IO, HMI, Leitsystem, OPC UA

Antriebe / Regelung

normierter Zugriff (z. B. Drive-Enable, Statusbits), Rückmeldung eindeutig

Safety-Komponenten

Verriegelungen, Luftdrucküberwachung, Türkontakte, Not-Halt etc.

→ Alles muss modellierbar als Zone abbildbar sein


🔷 2. Engineeringstruktur / Automatisierungsstruktur

(Was ist steuerungstechnisch geplant?)

Ebene
Anforderungen

Signalstruktur

eindeutige Adressierung (IO-Map), dokumentiert, reversibel

Steuerungssystem

IEC 61131-3-fähig, stabile Zykluszeiten, diagnostizierbar

HMI-System

rückführbar auf Modelllogik, kein „freies Skripting“ nötig

Projektstruktur

Plant → HWZ → SEQ → Zone → Parameter → IO, strukturierbar

Dokumentation

automatisch erzeugbar aus Modell (kein manuelles Nachpflegen)

→ Jede Zone, jeder Zustand, jede Interlock-Bedingung muss abbildbar & exportierbar sein


🔷 3. Prozessablauf / Funktionslogik

(Was soll passieren – logisch und strukturell?)

Thema
Anforderungen

Ablaufstruktur

in logischen Zuständen beschreibbar

Schrittverlauf

deterministisch (kein „Springen“, kein „Schieben“)

Reaktion auf Fehler

modelliert (Interlock, CMZ), dokumentiert, nicht programmiert

Handbetrieb

Tastenbewegung nur mit Freigabe (MXIC)

Restartfähigkeit

Zustand immer eindeutig, Resetverhalten modellierbar

→ Alle Abläufe müssen als Zustandsautomat mit Zone-Logik formulierbar sein


🔷 4. Systemaufbau / CE-relevante Struktur

Bereich
Anforderungen

Betriebsartenumschaltung

modelliert, abgesichert (Schlüssel, Freigabe)

Wiederanlauf / Reset

nur unter dokumentierten Bedingungen möglich

Schnittstellenverhalten

Signalisiert: Fehler, Status, Freigabe, EOC etc.

Safety-Zonen / CMZ

logisch geprüft, dokumentiert, HMI-geführt

Parameterführung

normierte Datentypen, fest definierte Schnittstellen

→ Das System muss prüfbar, durchsimulierbar, rückführbar auf modellierte Logik sein


🔷 5. Qualitätsanforderungen für formale Umsetzung mit Selmo

Thema
Muss gewährleistet sein

Eindeutige Signalbezeichnung

Zone = IO = Klemme = Funktion

Vollständige Sensorik

Jeder Zustand ist prüfbar (kein „Glaube an Bewegungen“)

Modulare Funktionsaufteilung

SEQ für jede logische Teilfunktion

Technisch überprüfbare Logik

jeder Zustand + jede Zone muss validierbar sein

Rückverfolgbarkeit (Traceability)

vom Modell über Code bis zur Doku


📦 Ergebnis: Projekt ist formalisierbar, dokumentierbar und CE-konform umsetzbar, wenn:

✅ Die Technologie:

  • ausreichend digitalisiert ist (Ein-/Ausgänge, sicherheitsbewertet)

✅ Der Engineeringaufbau:

  • modellbasiert abgebildet werden kann (keine versteckten Seiteneffekte)

✅ Der Prozess:

  • logisch beschreibbar ist (Zustände, Bedingungen, Sicherheit, Reset)

✅ Die Struktur:

  • klar trennbar und nachvollziehbar ist (Plant → HWZ → SEQ → Zone)

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