Automatische Diagnose
Transparenz durch das Modell
Dieses Kapitel beschreibt, wie Diagnose in Selmo entsteht und warum sie keine zusätzliche Programmierung benötigt.
Diagnose ist in Selmo:
kein nachträgliches Feature
keine Sammlung von Fehlermeldungen
keine UI-Logik
Sondern:
Die sichtbare Abweichung zwischen modelliertem Soll-Verhalten und realem Ist-Zustand.
Wo Meldungen entstehen
Diagnose entsteht ausschließlich im Modell.
Konkret an der Stelle, an der:
ein Zustand aktiv ist
eine Zone in diesem Zustand eine Bedeutung hat
eine Erwartung oder Bedingung verletzt wird
Typische Quellen von Diagnose sind:
S-Zonen, deren erwartetes Verhalten nicht erfüllt wirdi-Zonen, deren Bedingung verletzt istCMZ, deren permanente Bedingung nicht erfüllt ist
Plausibilitätschecks (z. B. Pair-Check)
Jede Diagnose hat einen klaren Modellursprung.
Es gibt keine Meldungen:
ohne Zone
ohne Zustand
ohne definierte Erwartung
Warum keine extra Programmierung nötig ist
In klassischen Systemen wird Diagnose oft:
manuell programmiert
an vielen Stellen dupliziert
vom eigentlichen Ablauf getrennt
In Selmo ist das nicht notwendig, weil:
Verhalten explizit modelliert ist
Erwartungen eindeutig beschrieben sind
Überwachung integraler Bestandteil des Modells ist
Das Modell enthält bereits:
was erwartet wird
wann es erwartet wird
wie bei Abweichung reagiert wird
Wenn das Verhalten beschrieben ist, ergibt sich die Diagnose zwangsläufig.
Es gibt daher:
keine zusätzlichen Fehlerabfragen
keine „if error then message“-Logik
keine manuell gepflegten Meldungstexte
Zusammenhang Zone ↔ Meldung
Die Zone ist die kleinste diagnostizierbare Einheit in Selmo.
Jede Zone besitzt:
eine eindeutige Bedeutung
einen klaren Kontext (Sequence & Zustand)
einen definierten HMI-Text
Wenn eine Abweichung auftritt:
wird genau diese Zone identifiziert
wird genau dieser Kontext angezeigt
wird genau diese Erwartung benannt
Die Meldung beantwortet damit:
Welche Zone ist betroffen?
In welchem Zustand?
Welche Bedingung ist verletzt?
Die Diagnose erklärt nicht nur dass etwas falsch ist, sondern warum der Ablauf nicht fortgesetzt werden kann.
Determinismus der Diagnose
Da Diagnose aus dem Modell entsteht, ist sie:
deterministisch
reproduzierbar
nicht interpretationsabhängig
Gleiche Situation bedeutet:
gleiche Meldung
gleiche Ursache
gleiche Reaktion
Das gilt:
im Automatikbetrieb
im Handbetrieb
während Inbetriebnahme
bei Wiederanlauf
Abgrenzung zu klassischen Fehlermeldungen
Zur Klarstellung:
Diagnose ≠ SPS-Fehlerbit
Diagnose ≠ Sammelstörung
Diagnose ≠ UI-Text
Diagnose ≠ Bedienerinterpretation
Diagnose ist:
Modellbasierte Transparenz über Abweichungen.
Nutzen der automatischen Diagnose
Durch automatische Diagnose wird:
Fehlersuche schneller
Inbetriebnahme sicherer
Betrieb nachvollziehbarer
Dokumentation konsistent
Verantwortung begründbar
Transparenz entsteht nicht durch mehr Meldungen, sondern durch richtige Meldungen.
Zusammenfassung
Automatische Diagnose in Selmo:
entsteht direkt aus dem Modell
benötigt keine Zusatzprogrammierung
ist eindeutig Zone und Zustand zugeordnet
bleibt in allen Betriebsarten gleich
Wenn das Modell stimmt, stimmt auch die Diagnose.
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