HMI-Prinzipien

Bedienbarkeit durch Modellklarheit

Dieses Kapitel beschreibt die grundlegenden Prinzipien des HMI in Selmo.

Dabei geht es nicht um Layout, Styles oder Technologien, sondern um die Bedeutung der dargestellten Informationen.

Das HMI ist in Selmo:

  • kein Steuerungselement

  • kein Logikträger

  • kein Interpretationswerkzeug

Sondern:

Eine sichtbare, konsistente Ansicht auf das Modell.


Grundprinzip: Das HMI zeigt das Modell

Das HMI:

  • entscheidet nichts

  • bewertet nichts

  • korrigiert nichts

Es zeigt:

  • aktive Sequences

  • aktuelle Zustände

  • relevante Zonen

  • Erwartungen und Abweichungen

Alles, was im HMI sichtbar ist, muss im Modell existieren.


Farben

Farben im Selmo-HMI haben eine feste, eindeutige Bedeutung.

Sie dienen:

  • der schnellen Orientierung

  • der sofortigen Bewertung des Modellzustands

  • der Reduktion von Interpretation

Blau – Zustand erfüllt

Blau signalisiert:

  • die Zone erfüllt die Erwartung des aktuellen Zustands

  • alle zugehörigen Bedingungen sind erfüllt

  • der Zustand ist aus Sicht dieser Zone korrekt

Blau bedeutet nicht:

  • „läuft“

  • „aktiv“

  • „ungefähr richtig“


Rot – Abweichung

Rot signalisiert:

  • eine Abweichung vom erwarteten Verhalten

  • eine verletzte Bedingung

  • einen Zustand, der nicht fortgesetzt werden kann

Rot ist:

  • immer begründet

  • immer modellbasiert

  • immer einer Zone zugeordnet

Rot ist keine Störung, sondern eine präzise Information.


Texte

Texte im HMI stammen nicht aus freier Formulierung, sondern aus dem Modell.

Jeder Text:

  • gehört zu einer Zone

  • beschreibt deren Bedeutung

  • ist kontextabhängig (Zustand, Sequence)

Texte beantworten:

  • Was wird erwartet?

  • Was fehlt?

  • Warum geht es nicht weiter?

Sie erklären nicht die Lösung, sondern den Grund der Abweichung.

Ein guter HMI-Text erklärt den Zustand – nicht die Bedienhandlung.


Konsistenz

Konsistenz ist das wichtigste HMI-Prinzip in Selmo.

Das bedeutet:

  • gleiche Farben → gleiche Bedeutung

  • gleiche Texte → gleiche Ursache

  • gleiche Reaktionen → gleiche Situation

Diese Konsistenz gilt:

  • projektübergreifend

  • unabhängig von Maschine oder Anlage

  • unabhängig von Bedienoberfläche oder Zielsystem

Der Bediener muss:

  • nicht umlernen

  • nicht interpretieren

  • nicht raten

Konsistenz ersetzt Schulung.


Abgrenzung zu klassischem HMI-Design

Zur Klarstellung:

  • HMI ≠ Bedienkonzept

  • HMI ≠ Workflow-Optimierung

  • HMI ≠ grafische Aufbereitung von Code

Das Selmo-HMI:

  • visualisiert den Modellzustand

  • folgt dem Modell, nicht dem Bediener

  • bleibt korrekt auch bei Änderungen


Nutzen der HMI-Prinzipien

Durch diese Prinzipien wird das HMI:

  • sofort verständlich

  • eindeutig interpretierbar

  • sicher im Betrieb

  • konsistent zur Diagnose

  • belastbar für Audits

Ein gutes HMI entsteht nicht durch Design, sondern durch ein gutes Modell.


Zusammenfassung

Die HMI-Prinzipien in Selmo:

  • basieren auf dem Modell

  • nutzen feste Bedeutungen für Farben

  • verwenden modellbasierte Texte

  • erzwingen Konsistenz

Das HMI zeigt nicht, was man tun soll – sondern was der Zustand ist.

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