Dokumentation aus dem Modell

Nachweis & Audit

Dieses Kapitel beschreibt, wie Dokumentation in Selmo entsteht und warum sie nicht manuell erstellt oder gepflegt werden muss.

Dokumentation ist in Selmo:

  • kein Zusatzaufwand

  • kein separates Dokument

  • kein nachträgliches Ergebnis

Sondern:

Eine strukturierte Sicht auf das formale Modell.


Das Grundproblem klassischer Dokumentation

In klassischen Automatisierungsprojekten ist Dokumentation häufig:

  • zeitlich nachgelagert

  • vom Code entkoppelt

  • unvollständig oder veraltet

  • schwer nachvollziehbar

Typische Situationen:

  • der Code funktioniert, die Doku ist veraltet

  • Änderungen werden nicht konsistent nachgezogen

  • Verhalten lässt sich nicht eindeutig belegen

  • Auditfragen müssen interpretiert werden

Das Problem ist dabei nicht mangelnde Sorgfalt, sondern das Fehlen einer gemeinsamen Quelle der Wahrheit.


Das Modell als einzige Quelle

In Selmo ist das Modell diese Quelle.

Das Modell enthält bereits:

  • Ablauf (Sequences, Zustände)

  • Struktur (Plant, Hardware-Zonen, Zonen)

  • Verhalten (Bit-Control)

  • Überwachung (Interlock, CMZ, Checks)

  • Reaktionen (Stop, Freigabe, Diagnose)

Damit ist alles vorhanden, was für Dokumentation notwendig ist.

Was im Modell beschrieben ist, kann dokumentiert werden. Was nicht modelliert ist, kann nicht dokumentiert werden.


Welche Dokumentation aus dem Modell entsteht

Aus dem Modell lassen sich automatisch ableiten:

  • Ablaufbeschreibungen → Zustände, Übergänge, Sequenzen

  • Strukturübersichten → Plant, Hardware-Zonen, Sequences, Zonen

  • Sicherheitsargumentationen → Interlocks, CMZ, Plausibilitätschecks

  • Diagnosebeschreibungen → Zonen, Erwartungen, Abweichungen

  • Bedienkonzepte → Hand- und Automatikbetrieb, HMI-Semantik

Diese Dokumentation ist:

  • konsistent

  • aktuell

  • eindeutig

  • vollständig rückverfolgbar


Nachvollziehbarkeit und Audit

Durch das formale Modell ist jederzeit nachvollziehbar:

  • welcher Zustand aktiv ist

  • welche Bedingungen gelten

  • welche Überwachung greift

  • warum eine Reaktion erfolgt

Für Audits bedeutet das:

  • keine Interpretation von Code

  • keine Annahmen über Verhalten

  • keine losgelösten Beschreibungen

Stattdessen:

Ein explizites, prüfbares Verhaltensmodell.


Dokumentation und Änderungen

Änderungen erfolgen in Selmo:

  • am Modell

  • nicht an einzelnen Dokumenten

Das bedeutet:

  • jede Änderung ist zentral

  • alle Ableitungen bleiben konsistent

  • keine divergierenden Dokumentstände

Änderung im Modell = Änderung in Code, Diagnose und Dokumentation.


Abgrenzung zu klassischen Dokumenten

Zur Klarstellung:

  • Dokumentation ≠ PDF

  • Dokumentation ≠ Textbeschreibung

  • Dokumentation ≠ Kommentarsammlung

Dokumentation ist:

eine formale Darstellung des Modells aus unterschiedlichen Blickwinkeln.


Nutzen der modellbasierten Dokumentation

Durch modellbasierte Dokumentation wird:

  • Engineering transparenter

  • Betrieb sicherer

  • Inbetriebnahme effizienter

  • Auditierung einfacher

  • Verantwortung belegbar

Dokumentation wird vom Pflichtdokument zum integralen Bestandteil des Systems.


Zusammenfassung

Dokumentation in Selmo:

  • entsteht automatisch aus dem Modell

  • ist immer aktuell

  • ist eindeutig nachvollziehbar

  • unterstützt Nachweis und Audit

Wer das Modell versteht, versteht auch die Dokumentation.

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