Selmo – Nachweis zur formalen Sicherheit, Dokumentation und Normkonformität
Ziel des Dokuments
Diese Dokumentation stellt klar und nachweisbar dar, dass die Anwendung des Selmo-Standards in der Modellierung, Steuerung und Dokumentation von Maschinen:
eine vollständige Funktionsbeschreibung ermöglicht,
die Überwachung sicherheitsrelevanter Prozesse strukturiert,
und somit eine rechts- und normkonforme Umsetzung unterstützt.
1. Dokumentationsfähigkeit und Nachvollziehbarkeit
Selmo beschreibt jede Maschine modellbasiert, in einer klaren Struktur:
PLANT
└── HWZ (Hardware-Zonen)
└── SEQ (Sequences)
└── Zonen (Input / Output / In-Out / Mem)Jeder Zustand, jede Signalzuweisung und jede Sicherheitsfunktion ist aus dem Modell ableitbar. Daraus entsteht automatisch:
ein vollständiges Signalverzeichnis (IO ↔ Zone ↔ Funktion),
eine modellierte Ablauflogik (Zustände, Übergänge, Bedingungen),
eine dokumentierte Sicherheitsstruktur (CMZ, Interlock, MXIC),
ein prüfbares Wiederanlaufverhalten (Reset, Synchronisation),
ein Änderungsprotokoll (
Model_ChangeLog.csv).
Diese Dokumentation ist maschinenlesbar, versionssicher, und revisionsfähig.
2. Formale Sicherheit der Funktionslogik
Die Modellstruktur stellt sicher, dass:
jede Zone ein dokumentiertes Verhalten in jedem Zustand hat (
0,S,i),Interlocks bei Verletzung zur sofortigen Reaktion führen,
CMZ-Signale dauerhaft überwacht werden,
MXIC-Freigaben manuelle Bedienung nur unter sicheren Bedingungen zulassen,
jeder Schritt durch modellierte Zustandsübergänge erklärbar ist.
Das Selmo-Modell ersetzt freie SPS-Logik durch:
deterministische Zustandsautomaten,
vollständig beschriebene Signalverhalten,
modellbasierte Diagnose und Fehleranzeige,
automatisch ableitbare Wiederanlaufbedingungen.
Dadurch wird jede Aktion, Reaktion, Einschränkung oder Diagnose erklärbar und prüfbar.
3. Überwachung und Selbstprüfung
Im laufenden Betrieb werden durch das Modell automatisch geprüft:
Element
Wirkung bei Abweichung
i (Interlock)
Automatikstopp, rote HMI-Anzeige
S (Sequence Check)
Wartezustand mit klarer Bedienerführung
CMZ
Sofortige Sperre (SEQ, HWZ oder PLANT)
MXIC
Verhinderung manueller Bewegung mit Erklärung
Jede Verletzung wird im HMI angezeigt, lokalisiert und dokumentiert – inklusive Text und Hintergrundfarbe. Bediener, Inbetriebnehmer und Prüfer erkennen jederzeit:
Was das Modell erwartet
Ob das reale System den Zustand erfüllt
Ob eine Sicherheitsverletzung vorliegt
4. Norm- und Gesetzeskonformität
Die Anwendung des Selmo-Standards erfüllt die Anforderungen folgender Normen und Richtlinien:
Norm / Vorschrift
Erfüllung durch Selmo
ISO 12100
Modellierte Betriebsarten, Resetverhalten, Zustandsführung
EN ISO 13849-1/2
Strukturiertes Sicherheitsverhalten (CMZ, MXIC, Interlock)
IEC 62061
Prüfbare Sicherheitsfunktionen in Ablaufstruktur
IEC 61508
Funktionssicherheit durch deterministisches Modellverhalten
IEC 61131-3
Generierter Code vollständig standardkonform (ST / GVL / FB)
Maschinenverordnung (EU)
Technische Dokumentation und Diagnoseverhalten modellgeführt
Produkthaftungsrecht
Ableitbarkeit aller Funktionen aus geprüften Modellen
Dadurch ist Selmo nicht nur eine Programmiertechnologie – sondern ein sicherheitsgerichtetes Verhaltensmodell, das automatisch mit CE-relevanten Nachweisen verknüpft ist.
5. Rechts- und Prüfsicherheit
Durch die Anwendung des Selmo-Modells:
entsteht eine nachvollziehbare funktionale Logik,
ist jede sicherheitsrelevante Funktion modelltechnisch prüfbar,
wird eine vollständige technische Dokumentation automatisch erzeugt,
kann ein unabhängiger Dritter die Funktion, Reaktion und Grenzen des Systems analysieren.
Diese Eigenschaften sichern: ✅ die Rechtssicherheit für Hersteller, ✅ die Transparenz für Kunden / Betreiber, ✅ die Abnahmesicherheit bei Behörden / Auditoren.
Fazit
Die Selmo-Methode ist mehr als ein Modellierungsansatz – sie ist eine formalisierte Struktur zur sicheren, dokumentierten, nachvollziehbaren Maschinensteuerung. Sie macht Steuerungssysteme:
verstehbar,
testbar,
wartbar,
rechtskonform,
und zukunftssicher.
📌 Die Einhaltung der Selmo-Struktur ist ein aktiver Beitrag zur Risikoreduktion, Qualitätssicherung und Einhaltung geltender Rechtsvorschriften.
Zuletzt aktualisiert
War das hilfreich?

