Standard-Projektplan für Selmo-basierte Maschinenprojekte

Dieser Projektplan definiert eine strukturierte Vorgehensweise zur Umsetzung von Maschinenprojekten mit dem Selmo-Standard. Er dient als Vorlage für Planung, Aufwandsschätzung, Durchführung und Dokumentation – mit Fokus auf die modellbasierte Prozessentwicklung in den Sequences (SEQ).


🎯 Projektziel

Eine vollständig modellierte, logisch strukturierte, sicherheitstechnisch abgesicherte und CE-konforme Maschinensteuerung gemäß Selmo-Standard:

  • strukturiert nach Plant → HWZ → SEQ → Zone

  • modelliert über Logic-, System- und Parameter-Layer

  • dokumentiert, getestet, exportiert (SPS, HMI, CE)

Die Anzahl der SEQs bestimmt den Projektumfang.


📐 Projektstruktur

1. Projektdefinition & Vorbereitung

Meilenstein

Beschreibung

Projektstart

Zieldefinition, Verantwortlichkeiten

PFT-Analyse

Prozess – Funktion – Technologie

Strukturplan

Plant → HWZ → SEQ festlegen

Zonen- & IO-Vorplanung

Signale, Typen, Adressen, Sicherheitsbedarf

Risikobeurteilung (Basis)

Vorbereitung CE / Safety-Konzept


2. SEQ-orientierte Modellierung (pro Sequence)

Jede Sequence ist ein eigenständiger Modellblock mit Ablauf, Zonen, Sicherheit und Parametern. Diese Schritte wiederholen sich für jede SEQ:

Schritt

Ziel

Zustandslogik modellieren

Ablauf als SDEA: State, Timer, Decision, Repeater, Jump etc.

Zonen definieren

Input / Output / In-Out / Mem, mit Signal, Adresse, HMI-Text

Bit-Control erstellen

Verhalten der Zone pro Zustand: 0, S, i

Parameterlayer ergänzen

Werte wie Zeiten, Wiederholungen, Grenzwerte

MXIC konfigurieren

manuelle Freigaben für Tasten mit Bedingungen

CMZ festlegen

Überwachungen auf SEQ-, HWZ- oder PLANT-Ebene

StepTime & Teach

Zeitmessung und Analyse für Zyklusoptimierung

HMI-Führung prüfen

SEQ Control: Texte, Farben, Diagnose verständlich für Bediener

Validierung durchlaufen

Simulation, Fehlertests, Schrittfolge

Export durchführen

SPS-Code, HMI-Texte, Dokumentation (CSV, PDF)

⏱ Aufwand: je SEQ ca. 0.5 – 2 Personentage, je nach Komplexität (Einzeltakt oder komplexe Station)


3. Systemintegration

Schritt

Ziel

HWZ-Logik prüfen

Betriebsarten Hand / Auto / Reset

CMZ auf HWZ / PLANT testen

Druck, Tür, Not-Halt etc.

Wiederanlauf / Resetverhalten

modelliert und prüfbar

OPC UA / MES-Schnittstellen

Mapping exportieren und einbinden

Visualisierung anpassen

HMI-Texte, Farben, Bedienelemente aus Modell

IO-Test durchführen

reale Signale ↔ modellierte Zonen


4. Digitalisierung & Zwilling (optional)

Schritt

Ziel

Digital Twin koppeln

Modellverhalten in Simulation durchspielen

Zustandsanzeige im Zwilling

SEQ-Step, Zonenstatus, Parameter live anzeigen

Virtuelle Validierung

Ablauf, Fehlerverhalten, CMZ/MXIC im Testsystem

Rückführung aus Zwilling

StepTime übernehmen, Abgleich HMI-Texte


5. Dokumentation & Übergabe

Dokument

Inhalt / Zweck

IO-Mapping (Zone_IO_Map.csv)

Signale je Zone mit Adresse und Funktion

Parameterliste (Parameter.csv)

IN/OUT-Werte mit Einheit und Beschreibung

CMZ/MXIC-Definition

Sicherheitsfunktionen, manuelle Freigaben

Ablaufgrafik

Zustandsmodell aus Logic Layer (SVG, PNG)

Änderungsprotokoll (Model_ChangeLog.csv)

Revisionshistorie für CE und Wartung

CE-Unterlagen

Risikoanalyse, Betriebsartenbeschreibung, Resetlogik


🗂 Planungshilfe: SEQ als Mengengerüst

Beispielprojekt: 1 Maschine mit 2 Stationen

  • Station 1: Spannen, Prüfen, Entspannen → 3 SEQs

  • Station 2: Vereinzelung, Übergabe → 2 SEQs → Gesamtaufwand = 5 SEQs = ca. 5–10 Personentage (reine Modellierung)


🧾 Ergebnis

Der Projektplan stellt sicher:

  • standardisierte Vorgehensweise,

  • klare Mengengrundlage (SEQ-basiert),

  • überprüfbare Planung und Fortschrittskontrolle,

  • normgerechte und dokumentierte Umsetzung.

📌 Jede SEQ ist ein abgeschlossener Arbeitsschritt mit eigenem Engineering-, Test- und Dokumentationspaket. Die Summe aller SEQs bildet den vollständigen Maschinenprozess.

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