2.2 Das Schaltwerk – die Sequence Engine

Aufgabe und Bedeutung

Das Schaltwerk – in Selmo Sequence Engine genannt – ist die zentrale Steuerlogik. Es ist ein deterministischer Automat, der immer genau weiß, in welchem Zustand sich die Maschine befindet und wann sie weiterarbeiten darf.

Man kann sich das Schaltwerk als einen Funktionsbaustein vorstellen, der drei Eingänge und einen Ausgang besitzt:

  • Eingänge:

    • AR (Auto Release) – gibt an, ob die Automatik freigegeben ist.

    • ¬I (No Interlock) – zeigt, dass kein Sicherheitsfehler aktiv ist.

    • ΣS (Sum of Sequence Checks) – ist 0, wenn alle aktiven Aktionen ihr Feedback geliefert haben.

  • Ausgang:

    • State_ID – die aktuelle Schaltstellung, also der aktive Zustand.

Solange eine dieser Bedingungen nicht erfüllt ist, bleibt das Schaltwerk stehen. Wenn alle erfüllt sind, wechselt es in den nächsten Zustand.

Die Regel des Schaltwerks

Die Funktionsweise lässt sich auf eine einzige Formel reduzieren:

IF (AR = 1 AND ¬I AND ΣS = 0) THEN Next State

Diese Regel ist universell. Sie ersetzt komplexe Programmlogik durch eine formale Bedingung, die für jede Maschine gleich gilt.

Darstellungsvorschlag: Ein IEC-Kasten mit Beschriftung: SEL_SEQ_ENGINE Links drei Eingänge (AR, ¬I, ΣS), rechts ein Ausgang (State_ID). Darunter der Satz: “Only one active state – deterministic cycle”.

Aufbau im Logic Layer

Im Logic Layer werden die Zustände grafisch modelliert. Jeder Zustand ist ein Block im Ablaufdiagramm, verbunden mit Pfeilen, die den Übergang zum nächsten Zustand darstellen.

Ein Schaltwerk kann folgende logische Elemente enthalten:

  1. State – ein normaler Ablaufzustand mit definierten Aktionen.

  2. Decision – eine Verzweigung, z. B. „Wenn Teil vorhanden → Pfad A, sonst Pfad B“.

  3. Timer-State – ein Zustand, der nach einer Zeit automatisch weitergeht.

  4. Repeater – wiederholt einen oder mehrere Zustände.

  5. Jump – springt gezielt in einen anderen Zustand, absolut oder bedingt.

Diese Elemente genügen, um jeden Maschinenablauf vollständig abzubilden. Sie sind so gewählt, dass sie in jedem Steuerungssystem interpretierbar bleiben.

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