1.3 Der deterministische endliche Automat

Mathematisch gesehen ist die Selmo-SEQ ein deterministischer endlicher Automat (DFA). Ein DFA ist ein Konzept aus der Informatik, das schon seit Jahrzehnten in der formalen Sprachanalyse, der Compiler-Technik und der Ablaufsteuerung verwendet wird.

Er besteht aus:

  • einer endlichen Menge von Zuständen,

  • einem Startzustand,

  • Übergangsregeln, die definieren, wann von einem Zustand in den nächsten gewechselt wird,

  • und einer Übergangsfunktion, die beschreibt, welche Signale oder Eingaben diesen Wechsel auslösen.

Selmo überträgt dieses Prinzip auf die Steuerungstechnik. Das Schaltwerk (die „Sequence Engine“) spielt die Rolle des Automaten. Die Eingaben stammen aus Sensoren, Tastern oder berechneten Signalen. Die Ausgänge steuern Aktoren, Ventile, Motoren oder logische Funktionen.

Das Besondere an Selmo ist, dass diese Übergangsregeln nicht beliebig, sondern standardisiert sind. Sie lauten:

IF (AR = 1 AND ¬I AND ΣS = 0) THEN Next State

Diese Bedingung ist universell. Sie bedeutet:

  • AR = 1: Die Automatikfreigabe ist aktiv.

  • ¬I: Es liegt kein Interlock (kein Sicherheitsfehler) vor.

  • ΣS = 0: Alle laufenden Aktionen (Sequence Checks) sind erfüllt.

Nur wenn diese drei Bedingungen gleichzeitig gelten, schaltet das Schaltwerk weiter. Dadurch ist der Ablauf berechenbar, sicher und reproduzierbar – die Maschine folgt einer exakt definierten Logik.

Zuletzt aktualisiert

War das hilfreich?