Selmo Methode praktisch

🔷 Einleitung zur Selmo-Methode: Vom Requirement bis zum Betrieb

Die Selmo-Methode (Sequence Logic Modeling) bietet einen neuen Standard für die Entwicklung von Maschinensteuerungen. Ihr Ziel ist es, Maschinenverhalten deterministisch, transparent und sicher zu modellieren – und daraus automatisch lauffähige Steuerungscode, HMI-Bedienung und Dokumentation zu erzeugen.

Statt klassisch manuell programmiertem Steuerungscode setzt Selmo auf ein formales Modell, das alle relevanten Abläufe, Signale und Zustände der Maschine beschreibt – in klarer Struktur, mit automatischer Validierung und vollständiger Nachvollziehbarkeit.

🔄 Der Ablauf in Selmo folgt einem strukturierten Prozess:

  1. PTF-Struktur aufbauen (Prozessablauf – Technologie – Funktion) → Die Maschine wird logisch zerlegt in Prozess mit dem Blickwinkel auf das Produkt und daraus die Prozessabläufe ableiten. Die Technologie und Hardware Anforderungen und Vorgaben prüfen auf die Prozessfähigkeit. Die Funktionen ableiten aus dem Prozess und der Technologie.

  2. Struktur schaffen für die Modellbildung (Plant - HWZ- SEQ) in Abstimmung mit dem Maschinenbaukonzept

  3. Prozessmodell erstellen → Die Abläufe werden als Zustandsmodell (Sequence) mit Zonen und Signalen modelliert. Systemlayer definieren (Bit-Control) → Jeder Zustand wird exakt mit Zonen verknüpft.

  4. Export in PLCOpen XML & HMI-Erzeugung → Aus dem Modell werden automatisch Steuerungslogik und Bedienoberfläche generiert.

  5. Inbetriebnahme (IBN) und Betrieb → Das Programm wird mit der geprüften Elektrik und Schnittstellen verbunden, im Hand- und Automatikbetrieb verwendet und im HMI visualisiert.


🧩 Warum SIPOC?

Um diesen Prozess für Anwender verständlich, planbar und überprüfbar zu machen, nutzt hier Selmo das SIPOC-Modell als strukturierte Beschreibungsmethode.

SIPOC steht für: Supplier – Input – Process – Output – Customer

📊 Was zeigt ein SIPOC-Diagramm?

Ein SIPOC-Diagramm beschreibt übersichtlich und kompakt, was in einem bestimmten Abschnitt des Prozesses geschieht – und wer was liefert oder empfängt.

Element
Bedeutung in Selmo

Supplier

Wer liefert Informationen oder Komponenten (z. B. Konstruktion, Kunde)?

Input

Welche Daten, Anforderungen oder Signale werden benötigt?

Process

Was passiert konkret im Prozessschritt?

Output

Was ist das Ergebnis (z. B. ein Modell, Code, HMI)?

Customer

Wer verwendet das Ergebnis (z. B. Bediener, Instandhaltung)?


🧭 Anwendung in der Selmo-Methode

Für die gesamte Methode – von der Idee bis zur laufenden Maschine – wird in Selmo für jeden wesentlichen Abschnitt ein eigenes SIPOC-Diagramm erstellt, z. B.:

  • Requirement und Anforderungen (PTF)

  • Prozessmodellierung

  • Export/Import PLCOpen XML

  • HMI-Erzeugung

  • Inbetriebnahme

Diese Diagramme helfen, den Überblick zu behalten, Zuständigkeiten zu klären und den Prozess für alle Beteiligten nachvollziehbar zu machen.

🧭 Überblick: SIPOC-Strukturierung entlang der Selmo-Methode

Nr.
Abschnitt
SIPOC-Fokus
Beschreibung

1

Gesamtprozess – PTF

PTF = Prozess, Technologie, Funktion

Alle notwendigen Informationen, wie bisher werden gesammelt und in Form gebracht. Erste Struktur und Definitionen und Analysen werden gemacht. Wichtig für die Prozessmodelle später.

2

Prozessmodellierung

Modellstruktur nach Sequence, Logic, State, Zone, MXIC, CMZ

Aufbau und Logik des Modells

3

PLCOpen XML Export/Import

Schnittstellen zur Steuerung

Übergabe an SPS / Rücklesen

4

HMI-Generierung

Bedieneroberfläche aus Modell

Automatisiertes UI für Hand/Auto

5

Inbetriebnahme (IBN)

Modellbasierte Prüfung und Freigabe

Simulation, Schrittbetrieb, Prüfung

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